Keramikbranche zeigt die beruflichen Chancen auf

Jugendliche informierten sich im Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen bei Arbeitgebern

Beim Berufsinformationstag des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik (BFZK) Höhr-Grenzhausen zeigte die Westerwälder Keramikbranche im Schulzentrum der Kannenbäckerstadt, was sie auf dem Sektor der beruflichen Bildung zu bieten hat. Fünf Stunden lang vermittelte diese groß angelegte Aktion Jugendlichen, welche beruflichen Chancen in regionalen Ausbildungsbetrieben und Bildungseinrichtungen stecken. Nach der positiven Resonanz im vergangenen Jahr boten die Initiatoren auch in diesem Jahr ein breites Informationspaket zum Thema „Top-Job-Keramik“ an. Unterstützt wurde der Informationstag des BFZK von dem Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff (IMKK) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises.

Interessenten haben die Möglichkeit genutzt, sich bei Vorträgen aus erster Hand zu informieren und konkrete Fragen zu den betreffenden Berufsbildern sowie zu den dazu gehörenden Bildungswegen zu stellen. Die positive Erfahrung dabei: Keramik ist ein Werkstoff der Zukunft.

Die Teilnehmer konnten verschiedene Arbeiten aus den Bereichen Technik und Gestaltung erleben und selbst durchführen. Darüber hinaus bot sich die Chance, direkt den passenden Betrieb für ein Praktikum oder eine Lehrstelle zu finden. Fachschulleiter Klaus Lehnhäuser verzeichnete, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, schon nach seinem ersten Vortrag einen Erfolg, will heißen, vier junge Leute haben spontan großes Interesse an einer Ausbildung an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen bekundet.

Neben der Firma Villeroy & Boch, die eigens aus Mettlach angereist war, zeigten sechs Ausbildungsbetriebe aus der Region das breite Spektrum der Westerwälder Keramikbranche auf: Das waren die Firmen Sibelco aus Ransbach-Baumbach, Wittgert aus Herschbach, Deutsche Steinzeug aus Ötzingen, Steuler aus Höhr-Grenzhausen, KHI aus Neuwied sowie der Töpfereibetrieb Hans-Werner Schmidt aus Oberdreis.

Landrat Achim Schwickert verschaffte sich bei einem Rundgang einen Überblick über das Angebot des jüngsten Berufsinformationstages. Schwickert nannte diese Aktion ein denkbar gutes Forum, um Berufseinsteigern und Ausbildungswilligen die Keramikbranche hautnah näherzubringen. Klaus Lehnhäuser hätte sich zwar etwas mehr Besucher gewünscht, besonders am Nachmittag, doch er äußerte sich durchaus zufrieden über die Aktion, nicht zuletzt deshalb, weil sich in diesem Jahr deutlich mehr Firmen als bei dem ersten Berufsinformationstag präsentiert hatten.

Das BFZK – international anerkannt und europaweit einzigartig

Das Bildungs- und Forschungszentrum Keramik (BFZK) in Höhr-Grenzhausen ist mit seinen acht Institutionen, die auf den Gebieten der Forschung und Entwicklung, der Lehre, der Unternehmensgründung, der Gestaltung, Kunst und musealen Bewahrung der Historie tätig sind, ein Dachverband keramischer Institute und in seiner Konstellation europaweit einzigartig. Ziel dieses Netzwerkes ist es, dem Werkstoff Keramik in seiner vielfältigen Bandbreite die zunehmende Beachtung in Technik in alternativer Energiegewinnung, Medizin und Umwelt zukommen zu lassen. Für Studierende erleichtert das BFZK-Netzwerk den Zugang zu Praktika, bietet Anregungen für Schwerpunkt- und Diplomarbeiten und später vielleicht sogar den Einstieg in das Berufsleben.

Hans-Peter Metternich, Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 20. Februar 2013, Seite 20